| Geschichte |
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105 Jahre Gewichtheben im Kraftsportverein 1898 St. Georgen e.V. Die frühen JahreDie Tradition des Gewichthebens im Kraftsportverein 1898 St. Georgen ist ebenso alt wie der Verein selbst. So waren unter den Männern, die am 5. November 1898 den Verein gründeten selbstverständlich Gewichtheber-Stemmer, wie man damals sagte. Sie waren aber gleichzeitig auch Ringer und Rasenkraftsportler. Spezialisten gab es noch nicht. Zu dieser Zeit entsprach das Gewichtheben noch nicht dem, was man sich heute darunter vorstellt; so war in einem Bericht zum 3. Gaufest in Gütenbach am 27. Juli 1900 von guten Erfolgen im Dauerstemmen zu lesen. Die Übungen wurden ein- und beidarmig ausgeführt. Beachtliche Gewichte wurden dennoch zur Hochstrecke gebracht. Beim Fest zur Fahnenweihe 1912 gelang es dem Sportkameraden Hartmann aus Weingarten bei Karlsruhe, das mächtige Gewicht von 2 ½ Zentnern glatt in die Höhe zu stemmen. Dabei kamen bereits Scheibenhanteln mit Wechselgewichten zum Einsatz. Zwischen den KriegenNach dem 1. Weltkrieg entwickelten sich die sportlichen Aktivitäten nach zögerlichem Beginn sehr dynamisch. Nach sogenannten Städte-Wettkämpfen im Rahmen diverser Vereinsfeste wurden im Jahre 1923 die ersten Rundenwettkämpfe für Mannschaften eingeführt. Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. NeubeginnDie Kriegsjahre waren eine traurige Zeit, da der KSV viele tote Sportkameraden zu beklagen hatte. Erst im Frühjahr 1948 erlaubte die Besatzungsmacht Frankreich den Aktiven des KSV wieder das Gewichtheben. Das Übungsgerät fand man von Regen, Eis und Schnee beeinträchtigt im Freien gelagert. Die Werkstatt von Matthias Weisser diente zunächst als Übungslokal, bevor die Verwaltung im städtischen Holzhof einen Teil einer Baracke zur Verfügung stellte. 1951 konnte man wieder die gewohnten Räume im Kindergarten in der Roßbergstraße nutzen. AufschwungIn der Folge tauchten wiederum neue Namen auf, die die kommenden Jahre prägen sollten: Martin Heinzelmann und Michael Ochs. Richtig los ging es dann 1975 mit dem neuen Kraftraum in der ebenfalls neuen Großsporthalle. Im Vergleich zu vorher fast ideale Trainingsbedingungen zogen fast zwangsläufig Erfolge nach sich. Martin Heinzelmann war der ,,Macher". Er hat mit großem Erfolg Jugendliche zu Gewichthebern ausgebildet. Allen voran Michael Ochs, der sich ab Mitte der Siebziger Jahre in der deutschen Spitze festsetzen konnte. Zunächst im Jugendbereich, wo er 1976 Dritter bei den Deutschen Meisterschaften werden konnte. Bemerkenswert war die weitere Entwicklung im Juniorenbereich; bereits 1977 im ersten Jahr Baden-Württ. Meister, 1978 und 1979 Vierter bei den Deutschen Meisterschaften, 1980 Bad.-Württ. Aktivenmeister und als sicher größten Erfolg der dritte Platz im Reißen bei den Deutschen Meisterschaften 1981 in Offenburg, wobei diese Aufzählung keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Bis heute hält er die Vereinsrekorde mit 125 kg im Reißen und 147,5 kg im Stoßen. Weitere Spitzenplazierungen konnten Thomas Müller mit einem 2. Platz 1979 und Wolfgang Weisser mit 3. Plätzen 1977 und 1979 bei Deutschen Jugendmeisterschaften erzielen. BlütezeitDie Früchte dieser sehr guten Trainingsarbeit konnte der KSV im Jahr 1980 ernten. Nach harten Kämpfen in der Landesliga konnte der KSV sich mit dem Meistertitel für die Aufstiegskämpfe in die Oberliga Baden-Württemberg qualifizieren. Im entscheidenden Kampf im brechend vollen Mehrzweckraum des Bildungszentrums hatte die Mannschaft mit neuer Bestleistung den Aufstieg geschafft. Die Heber waren: Herbert Rauch, Dieter Spitz, Wolfgang Weisser, Bernd Schwarz, Martin Heinzelmann, Walter Schwarzwälder, Michael Ochs und Werner Schwarz; eben der, der bereits in den 50er, 60er und frühen 70er Jahren Spitzenleistungen erbrachte trug mit seinen 43 Jahren einen wesentlichen Teil zum Erfolg bei. Dann erklärte er zum ersten Mal seinen Rücktritt vom Mannschaftsgewichtheben. AbstiegDie II. Mannschaft mußte leider 1985 wieder aus der Landesliga absteigen, die Substanz war einfach zu gering. Dem personellen Aderlaß durch Abgänge an andere Vereine mußte dann auch die 1. Mannschaft endgültig 1987 Tribut zollen. Der Abstieg aus der Oberliga war nicht mehr zu vermeiden. Werner Schwarz hatte übrigens 1986 mit 49 Jahren seinen endgültig letzten Mannschaftskampf bestritten, mit immer noch sehr gutem Ergebnis. Neue ErfolgeDie folgenden Jahre brachten für die Mannschaftsheber wechselnden Erfolg bis man sich in den 90er Jahren regelmäßig unter den ersten Drei der Landesliga platzieren konnte. Zwischenzeitlich konnten Nachwuchsheber erfolgreich in die Mannschaft integriert werden. Dies war ein Ergebnis der seit den frühen 90igern wieder sehr erfolgreichen Jugendarbeit unter Dieter Spitz. Sandro und Angelo Salvatore, David Schwarzwälder, Benjamin Spitz, Marcel und Patrick Heinzelmann u.a. hatten große Erfolge bis hin zu Deutschen Meisterschaften. Der Stamm der Aktiven-Mannschaft stellte sich nach Mitte der 90iger wie folgt dar: Walter Schwarzwälder, Bernd Schwarz, Wolfgang Weisser, Matthias Stockburger, Saverio Cataldo, David Schwarzwälder und Angelo Salvatore. Diese Mischung aus alt und jung brachte in der Saison 1997/98 den Erfolg zurück. In einem harten Zweikampf mit dem SV Flözlingen gelang es, die Meisterschaft in der Landesliga nach St.Georgen zu holen. Traurige NachrichtAm 22.6.1999 verlor der Kraftsportverein durch einen Verkehrsunfall einen seiner erfolgreichsten Nachwuchsathleten und einen engagierten und geschätzten Sportkameraden: Angelo Salvatore. Die Nachricht von seinem Tod löste große Bestürzung aus. Er ist bis heute unvergessen und wird es bleiben. Kämpfen, kämpfen, kämpfen1999/2000 war ein Übergangsjahr, das aber mit einigem Glück und taktischem Geschick letztlich den 4 Rang in einer sehr starken Landesliga erbrachte. In der Saison 2000/01 stieß mit Siegfried Hirth ein ehemaliger Klasseheber zu den St. Georgenern. Alters- und Berufsbedingt glich er sich dem Leistungsniveau der Mannschaft an, die Saison schloss man nach einigem Pech als letzter der Tabelle ab. Bei Bezirksmeisterschaften taten sich Walter und David Schwarzwälder als Meister, Bernd Schwarz und Matthias Stockburger mit guten Leistungen hervor. 2001/02 konnte mit Nico Schwarzwälder ein Jugendlicher in die Mannschaft integriert werden, der sich durch Kampfgeist und gute Wettkampfleistungen auszeichnet. 2001 ließ auch der inzwischen 64 jährige Werner Schwarz mit einem Deutschen Vizemeistertitel in der Altersklasse wieder einmal aufhorchen. Damit nicht genug: 2002 wurde er Deutscher Meister. Nico Schwarzwälder tat sich mit guten Leistungen in der Jugend hervor. Die Saison 2002/03 brachte einen gewissen Umbruch. Zwar waren die alten Hasen Saverio Cataldo, Bernd Schwarz, Siegfried Hirth und Wolfgang Weisser immer noch aktiv (auch Walter Schwarzwälder – mittlerweile 45 Jahre alt – und Matthias Stockburger standen für Notfälle zur Verfügung), aber mit David und Nico Schwarzwälder, dem Neuling Oliver Pfefferle, der einen sehr guten Einstand hatte und dem erstaunlichen Comeback von Marcel Heinzelmann nach langer Verletzungspause wurde der Altersschnitt doch deutlich gesenkt.
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